Kategorie: Sportmedizin

Ride 4 Women

Ich bin seit 2.6 unterwegs mit einer Gruppe Ärzten von Athen nach Graz mit dem Rennrad. Wir radeln zur Prävention von HPV verursachten Erkrankungen. Dazu zählt vor allem der Gebärmutterhalskrebs bei Frauen. Eine Impfung von Mädchen und Burschen im Volksschulalter gegen dieses Virus kann diese und andere Erkrankungen ( Feigwarzen, Kelkopfkrebs etc.) verhindern und ist dringend flächendeckend zu fordern. Mit zahlreichen Events an den großen Krankenhäusern am Weg mit den Verantwortlichen der Gesundheitssysteme in lokalen Radio und Fernsehstationen machen wir neben dem täglichen Radeln auf die Problematik aufmerksam. Am 17.6 werden wir nach ca 1600 km gemeinsam Graz erreichen. Wir freuen uns schon auf die große Abschlussveranstaltung an der Uni Frauenklinik und im Grazer Rathaus.

Sport und Chromosomen

Ausdauer und Intervalltraining führt zu einer Verlängerung der Telomere. Das sind die Endkappen an den Chromosomen, die sich mit jeder Zellteilung verkürzen. Lange Telomere finden sich in jungen gesunden Zellen. 45 min Ausdauertraining 3 mal pro Woche hat diesbezüglich einen positiven Effekt. Es verringert die Alterung der Zellen. Anbei die Quelle der Studie der Uni Leipzig : 

Werner C M, Hecksteden A, Morsch A, et al.: Differential effects of endurance, interval, and resistance training on telomerase activity and telomere length in a randomized, controlled study. European Heart Journal 2018, ehy585, http://daebl.de/KR91.

Joachim Schiefer

Radfahren und Potenz


Führt ein harter Sattel bei Rennfahrern zu Impotenz durch den Druck auf Prostata und Harnröhre ? Entgegen der Annahme konnte 2018 eine amerikanische Studie an  5488 Männern widerlegen dass Radfahren negative Einflüsse auf die Sexualfunktion hat. Das konnte sowohl bei Viel als Wenigfahrern bestätigt werden. Die Publikation ist im Journal  of urology veröffentlicht. 

https://www.auajournals.org/article/S0022-5347(17)77722-1/fulltext

Joachim Schiefer

Sportlerleiste

Schmerzen in der Leiste bei Sportlern können viele Ursachen haben. 

Betroffen sind vor allem Fußballer. 

Einerseits führen Fehlformen des Hüftgelenks zu Belastungsschmerzen und, wenn nicht erkannt, auch zu vorzeitiger Arthrose der Hüfte. Mit Röntgen und MRI ist dieses als femoroazetabuläres Impingement bezeichnete Krankheitsbild gut abzuklären. 

Andererseits presst sich bei Belastung Darm an die Bauchwand. Leistenbrüche entstehen bei Schwachstellen in diesen Strukturen . Ziehende teils stechende Schmerzen zur Innenseite des Oberschenkels bei schnellen und abrupten Bewegungen können darauf hinweisen. Es ist  dabei schon eine Bauchwandschwäche ausreichend um die Nerven im Leistenkanal zu reizen.

Weitere Ursachen sind Muskelverletzungen oder eine Entzündung des Schambeins.

Auch Schmerzausstrahlung von der Lendenwirbelsäule oder den Kreuz-Darmbeingelenken können Ursache sein. 

Joachim Schiefer

Sleep high train low

Bezeichnet den Versuch durch Training in erhöhter Seehöhe ( ab 1500 bis maximal 4000 m Höhe) einen  positiven Trainingseffekt zu erreichen . Der wesentliche Trigger ist der Sauerstoff Mangel (Hypoxie ) infolge des abnehmenden Luftdrucks.

Der Körper akklimatisiert, das heißt er passt sich an . Dabei kommt es anfänglich zu Flüssigkeitsverlust und Eindickung des Blutes.

Kreislauf und Atmung werden aktiviert.

Erst später entsteht die gewünschte Langzeitwirkung. Die roten Blutkörperchen vermehren sich .

Die positiven Effekte dieser Anpassung passieren in der Ruhe Phase . 

Intensive oder lange Trainingseinheiten sind in der Höhe nur eingeschränkt möglich.

Sinnvoll ist es  also in der Höhe zu schlafen und unten zu trainieren.

Hypoxie Zelte ermöglichen diese Höhensimulation auch in der eigenen Wohnung. In der Vorbereitung zu Expeditionen   ist das eine Möglichkeit die Anpassung bereits zu Hause zu beginnen.

Joachim Schiefer 

Radikulopathie

Ist eine Nervenwurzelentzündung , dabei handelt es sich um eine Reizung der spinalen Nervenwurzeln, die aus dem Rückenmarkkanal austreten. Diese Wurzeln entstehen aus der Vereinigung von sensiblen und motorischen Nervenfasern in Höhe der Wirbelkörperzwischenräume, jeweils links und rechts. Je nach der Lokalisation dieser Wurzeln spricht man von einer cervikalen Nervenwurzelreizung (im Bereich der Halswirbelsäule) oder lumbalen Nervenwurzelreizung (im Bereich der Lendenwirbelsäule). Möglich aber seltener ist auch eine Reizung der thorakalen Nervenwurzeln im Bereich der Brustwirbelsäule. Die Symptome werden über die von den Nervenwurzeln ausgehenden Nervenbahnen in den Armen und Beinen ausgelöst. Es sind oft ausstrahlende Schmerzen oder aber auch Gefühlsstörungen oder Muskelschwächen .

Die häufigste Ursache der Nervenwurzelreizung ist ein Druckschaden, der durch eine arthrotisch bedingte Verknöcherung des Zwischenwirbellochs verursacht wird, durch welches der Spinalnerv aus dem Rückenmarkkanal austritt.

Weitere Auslöser stellen eine Verschiebung der Wirbelkörper beziehungsweise eine Bandscheibenvorwölbung dar.

Joachim Schiefer

Bigliani

Hat 3 unterschiedliche Formen des Schulterdachs beschrieben. Dieses kann bei der Röntgenuntersuchung flach , gebogen oder hakenförmig sein und damit den Oberarmkopf  unterschiedlich stark ausgeprägt mechanisch einklemmen (Impingement). Eine mögliche Ursache für chronische Schulterschmerzen. Die häufigste arthroskopische Operation an der Schulter ist die Schulterdacherweiterung oder das subacromiale Debridement, bei dem diese Einklemmung unter anderem durch Abschleifen des Schulterdachs behoben wird.

Neuere Studien zeigen, dass diese Operation zu oft durchgeführt wird und die gleichen Ergebnisse auch mit konservativen Maßnahmen erreicht werden. Eine genaue Abklärung und Physiotherapie sind neben der Operation wesentlich.

Beard DJ et al. on behalf of the CSAW Study Group (2017): Arthroscopic subacromial decompression for subacromial shoulder pain (CSAW): a multicentre, pragmatic, parallel group, placebo-controlled, three-group, randomized surgical trial. Lancet. DOI: 10.1016/S0140-6736(17)32457-1.

Joachim Schiefer

Musculi multifidi und SSE

Eine Gruppe von Muskeln der Brust und Lendenwirbelsäule sowie des Kreuzbeins, die strangförmig über die Wirbelfortsätze verlaufen. Sie gehören der autochthonen Rückenmuskulatur an. Ihre Funktion ist die aktive Stabilisierung der Wirbelsäule. Schwächen in diesem System sind hauptverantwortlich für chronische Rückenschmerzen. Übungen zielen auf das Erlernen gezielter Anspannung dieser Muskeln. 

 

Das funktioniert am besten mit niedriger Last und häufigen Wiederholungen , sogenanntes SSE Training ( segmental stabilizing exercises) Anbei eine interessante Arbeit zu diesem Thema.

(Segmentale Stabilisation zur Behandlung von lumbalen Rückenschmerzen: Ein systematisches Review: Melanie Kriese, Ron Clijsen, Jan Taeymans, Jan Cabri: Sportverletz Sportschaden 2010; 24(1): 17-25)

Joachim Schiefer

Superkompensation


Dient dazu in der Vorbereitung auf einen Wettkampf möglichst hohe Energiereserven aufzubauen.

Die Grundlage ist der individuelle Trainingszyklus also das Wechselspiel aus Belastung Erholung Ermüdung Regeneration.

Als Vorbereitung auf einen Wettkampf sollte eine erschöpfende Ausdauerbelastung zur Entleerung des Muskelglycogens führen . Die folgende Tage sollten der Regeneration dienen , anfänglich ist eine eiweißreiche Kost sinnvoll . 2 bis 3 Tage vor dem Wettkampf erfolgt die Umstellung auf kohlehydratreiche Ernährung zum vollständigen Auffüllen der Speicher.

Der Wettkampf erfolgt in der anschließenden Phase der Superkompensation.

Tag 1 erschöpfende Ausdauereinheit

Tag 2 Eiweißreiche Kost

Tag 3 und 4 hochwertige Kohlehydrate und lockeres Training

Tag 5 Wettkampf 

Joachim Schiefer

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Praxisgesund
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