Autor: Joachim Schiefer

Kraftsport und Diabetes

Sport spielt  in der Vorbeugung und Behandlung der Zuckerkrankheit eine entscheidende Rolle und kann die Krankheit und deren Folgen  hinauszögern . Körperliche Aktivität aktiviert einen insulinunabhängigen Mechanismus über den  die Körperzellen Glukose aus dem Blut aufnehmen können. Der Blutzuckerspiegel sinkt und die Insulinsensitivität der Zellen steigt.

Schon 2,5 Stunden Spazierengehen pro Woche verringert bei Gesunden das Diabetesrisiko um 30 % und bewirkt bei Menschen, die bereits an Diabetes erkrankt waren, einen Abfall ihres HbA1c-Wert um 0,5–0,7 %.  In 2 von 3 Fällen können Diabetiker durch dieses moderate Training sogar ihre Medikation reduzieren.

Neben Ausdauersport eignet sich aber besonders Krafttraining also  Muskelaufbau im Kampf gegen Diabetes .  Muskeln sind Zuckerfresser.  Zunahme an Muskelgewebe heißt Zunahme  an Glukose-Speicherkapazität des Körpers und senkt den HbA1c-Wert noch effektiver ab. 

Die positiven Effekte auf den Glukosespiegel sind mitunter schon nach einer Woche Sport im Blut sichtbar. Doch genauso schnell können sie auch wieder verblassen. Um die Wirkung aufrechtzuerhalten, sollten Trainingspausen nicht länger als 2 Tage andauern. https://www.aerzteblatt.de/

Joachim Schiefer

Spinat und der Popeye Effekt

Spinat hat einen hohen Anteil an Ecdysteron. 

Dieser Stoff hat Ähnlichkeit mit den Steroidhormonen und es werden ihm muskelaufbauende Effekte zugeschrieben( Phytosteroid)

Es wirkt damit leistungssteigernd im Sport. Eine Studie der Freien Universität Berlin im Auftrag der WADA (Welt anti Doping Agentur) konnte das nachweisen. 

Je nach Spinatsorte ist jedoch um einen nachweisbaren anabolen Effekt zu erreichen die tägliche Aufnahme von einem Viertel bis vier Kilo Spinat notwendig, dies  über Wochen. 

Spinat zählt deshalb noch nicht zum Doping. 

Wohl plant die WADA aber Ecdysteron in die Doping Liste zu nehmen, da Möglichkeiten bestehen den Stoff zu extrahieren und konzentrieren.

Folgende Studien gibt es dazu 

  • Isenmann E, Ambrosio G, Joseph JF, Mazzarino M, De La Torre X, Zimmer P, Kazlauskas R, Goebel C, Botrè F, Diel P, Parr MK. Ecdysteroids as non-conventional anabolic agent: performance enhancement by ecdysterone supplementation in humans. Arch Toxicology (2019) in press (doi: 10.1007/s00204-019-02490-x)
  • Parr MK, Botrè F, Naß A, Hengevoss J, Diel P, Wolber G. Ecdysteroids: A novel class of anabolic agents? Biol Sport 32 (2015) 169-173(doi: 10.5604/20831862.1144420)
  • Parr MK, Zhao P, Haupt O, Ngueu ST, Hengevoss J, Fritzemeier KH, Piechotta M, Schlörer N, Muhn P, Zheng WY, Xie MY, Diel P. Estrogen receptor beta is involved in skeletal muscle hypertrophy induced by the phytoecdysteroid ecdysterone. Mol Nutr Food Res 58 (2014) 1861-1872(doi: 10.1002/mnfr.201300806)

Joachim Schiefer

Verletzungsgefahr bei E bikes

Das hohe Gewicht der E bikes und die generell höhere Geschwindigkeit gehen mit einem erhöhten Verletzungsrisiko einher. Vor allem beim Bergabfahren. E bike Fahrer sind in der Regel älter und oft auch weniger erfahren beim Radfahren. Ungeübte Biker reagieren langsamer und ungeschickter in schwierigen Fahrsituationen. Es überwiegt der Sturz nach vorn (75%), der Großteil der Verletzungen sind Schürfwunden Prellungen und Platzwunden. Schwerere Verletzungen finden sich an der oberen Extremität, Brüche im Schulter Arm Bereich. Hier vor allem Schlüsselbeinbrüche aber auch Bandverletzungen am Schultereckgelenk. 

Schwerwiegende Kopfverletzungen sind seltener da häufig Helme getragen werden. Bei Downhillern finden sich am häufigsten Verletzungen des Brustkorbes, an schweren Verletzungen ist oft die Halswirbelsäule betroffen.

Generell ist neben dem Helm auf das Tragen einer Schutzausrüstung zu achten.

Quelle: AGA Wien

Joachim Schiefer

Läufer Knie

Tractus  iliotibialis  Frictionssyndrom. Eine häufige Ursache für Knieschmerzen bei hohem Trainingspensum ( Intervalltraining) vorwiegend bei Läufern. Die Schmerzen treten außen über dem Schienbeinhöcker bei Beuge und Streckbewegung auf und sind verursacht durch eine Entzündung des Tractus iliotibialis, dem sehnigen Ausläufer des äußeren Quadricepsmuskels und Fascienspanners .

Oft spürt man dort bei Bewegung ein Knirschen oder Scheuern .

Die Therapie ist in der akuten Phase Trainingsreduktion bzw. Änderung ( schwimmen oder Radfahren statt Laufen )  Physiotherapie mit Sonophorese, Kühlung , Tapes 

Später Kräftigung des Traktus und Ausgleich muskulärer Dysbalancen.

Wichtig ist auch eine Analyse der Lauftechnik  sowie Beinachse ( O Beine ) und Fussform .

Joachim Schiefer

Leistungssport und Herzrhythmus

Vorhofflimmern ist die häufigste supraventriculäre Herzrhythmusstörung und es gibt Hinweise dass dieses bei Leistungssportlern vermehrt vorkommt. Als Ursache wird die Vergrößerung des linken Vorhofs und der erhöhte Vagotonus vor allem bei langjährigen Ausdauerathleten gesehen.  Eine aktuelle Studie zeigt dies auch bei kraftbetontem Leistungssport. Anzumerken ist dass diese Situation Leistungssportler betrifft, wesentlich ist deshalb auf die überwiegend positiven Effekte eines moderaten Ausdauertrainings für den Freizeitsportler hinzuweisen.

Quelle :Journal of the American Heart Association 2019; DOI:10.1161/JAHA.118.010401

Joachim Schiefer

NAFLD


Bezeichnet eine Lebererkrankung, bei der es zu übermäßiger Fettspeicherung in der Leber kommt. Die nicht durch übermäßigen Alkoholkonsum ausgelöste Fettleber entsteht durch einen jahrelang ungesunden  Lebensstil. Wenig Bewegung ,kohlehydratreiche Ernährung und Übergewicht sind ursächlich. 

In ca. 20 %entwickelt sich aus der Fettleber eine Leberentzündung und später Leberzirrhose. Die Fettleber ist  schwer zu diagnostizieren( Leberwerte sind lange unauffällig, die Ultraschalluntersuchung wenig aussagekräftig). Zeichen sind erhöhte Blutzuckerspiegel, Müdigkeit. Es besteht auch ein direkter Zusammenhang mit Herzerkrankung, hohen Blutdruck, hohen Blutfetten.

Therapie ist der Wechsel auf eine eiweißreiche Ernährung, Ausdauersport,Gewichtsreduktion. Und ausreichend Vitamin D.

Joachim Schiefer

Spermitin

Ist ein Eiweiß der Zelle, ursprünglich in Sperma isoliert, dem vielfältige Funktionen im Zellwachstum zugeschrieben werden. Bei Regeneration nach Verletzungen, Schwangerschaft, sportlicher Anstrengung steigen die Spermitinwerte. Die Konzentration fällt im Alter ab. Spermitin wird eine Reihe von positiven Funktionen im Zellstoffwechsel zugeschrieben. Insgesamt soll es die  Zellalterung verhindern. Spermitin findet sich in hoher Konzentration in Weizenkeimen und Sojabohnen. Ausserdem in Hartkäse wie Parmesan. 

Joachim Schiefer

Handynacken

Unsere Haltung im Alltag verändert sich durch ständiges Verwendung der Smartphones. Das ständige Vorbeugen des Kopfes zum Betrachten des Displays kann zu chronischen Nackenschmerzen führen. Die Belastung der Nackenmuskulatur ist durch das Überstrecken bis zu 30% erhöht. Neben Schmerzen führt die Fehlbelastung auch zu chronischen Verspannungen der Muskulatur und zu vorzeitiger Abnützung der Bandscheiben und des Knochens. Folgende  Übungen helfen dem Handynacken vorzubeugen. Den Kopf kreisen oder von links nach rechts und zurück bewegen. Das Ohr zur jeweiligen Schulter senken, bis es auf der Gegenseite zieht. Den Kopf lang nach oben strecken und gleichzeitig die Schultern nach unten ziehen.

Joachim Schiefer

Ride 4 Women

Ich bin seit 2.6 unterwegs mit einer Gruppe Ärzten von Athen nach Graz mit dem Rennrad. Wir radeln zur Prävention von HPV verursachten Erkrankungen. Dazu zählt vor allem der Gebärmutterhalskrebs bei Frauen. Eine Impfung von Mädchen und Burschen im Volksschulalter gegen dieses Virus kann diese und andere Erkrankungen ( Feigwarzen, Kelkopfkrebs etc.) verhindern und ist dringend flächendeckend zu fordern. Mit zahlreichen Events an den großen Krankenhäusern am Weg mit den Verantwortlichen der Gesundheitssysteme in lokalen Radio und Fernsehstationen machen wir neben dem täglichen Radeln auf die Problematik aufmerksam. Am 17.6 werden wir nach ca 1600 km gemeinsam Graz erreichen. Wir freuen uns schon auf die große Abschlussveranstaltung an der Uni Frauenklinik und im Grazer Rathaus.

Sport und Chromosomen

Ausdauer und Intervalltraining führt zu einer Verlängerung der Telomere. Das sind die Endkappen an den Chromosomen, die sich mit jeder Zellteilung verkürzen. Lange Telomere finden sich in jungen gesunden Zellen. 45 min Ausdauertraining 3 mal pro Woche hat diesbezüglich einen positiven Effekt. Es verringert die Alterung der Zellen. Anbei die Quelle der Studie der Uni Leipzig : 

Werner C M, Hecksteden A, Morsch A, et al.: Differential effects of endurance, interval, and resistance training on telomerase activity and telomere length in a randomized, controlled study. European Heart Journal 2018, ehy585, http://daebl.de/KR91.

Joachim Schiefer


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Praxisgesund
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St. Leonhard Gasse 6 
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