Knieverletzungen beim Skitourengehen

 

Wer einmal bei Neuschnee die frische Bergluft beim Spuren atmet und das Ziel einer unverspurten Abfahrt vor Augen hat weiß dass nur wenige Sportarten vergleichbar positive Effekte auf Körper und Psyche haben wie das Skitourengehen . Dementsprechend steigt die Zahl der Tourengeher jeden Winter .
Skitourengehen ist aber nicht nur eine gesunde sondern auch sichere Sportart im Hinblick auf das Verletzungsrisiko . Die Verletzungsstatistik des österreichischen Kuratoriums für alpine Sicherheit zeigt in den Wintern 2013 bis 2016 durchschnittlich ca 250 Verletzte beim Skitourengehen . Dennoch gibt es einige Dinge zu beachten . Der Vorteil dass der Körper beim Hinaufgehen auf Betriebstemperatur gebracht wird soll nicht zu einer unkontrollierten und schnellen Abfahrt verleiten .Die Verletzungsgefahr ist beim Tourengehen verständlicherweise beim Abfahren höher als beim Aufstieg .Diesen soll man schon zur Beurteilung der späteren Abfahrtsroute in Hinblick auf Gefahrenstellen nutzen . Bei der anschließenden Abfahrt ist die Geschwindigkeit dem Gelände und dem eigenen Fahrkönnen und Trainingszustand anzupassen . Neben der alpinen Sicherheitsausrüstung gehört auch ein Helm und Erste Hilfe Paket auf den Kopf bzw. in den Rucksack . Das am meisten belastete und am häufigsten verletzte Gelenk bei Skitouren ist das Knie. Dabei hat die Materialentwicklung der letzten Jahre auch technisch schwächeren Skifahrern höhere Geschwindigkeiten und damit Spaß bei fast allen Schneebedingungen ermöglicht . Breite und leichte Tourenski verzeihen Fahrfehler . Höhere Geschwindigkeit bedeuten im Falle eines Sturzes aber auch höhere Kräfte aufs Knie . Die aktiven Stabilisatoren , das sind die Muskeln von Ober und Unterschenkel , können nur einen Teil der Sturzkräfte kompensieren und die Last überträgt sich auf die passiven Strukturen Bänder und Menisci und in weiterer Folge auf Knorpel und Knochen . Diese Strukturen sind nicht trainierbar und dementsprechend verletzbar. Am Knie sind dabei einerseits die Seiten als auch die zentral im Gelenk liegenden Kreuzbänder betroffen . Einfache Zerrungen der Seitenbänder sind schmerzhaft , das Kniegelenk ist aber stabil und die Beschwerden sind nach 1 bis 2 Wochen abgeklungen . Schwerere Verletzungen sind Bänderrisse wobei hier vor allem das Innere Seitenband und vordere Kreuzband entweder isoliert oder in Kombination betroffen sind . Das Knie ist instabil , meistens sehr rasch geschwollen und die Beweglichkeit schmerzhaft . Abfahren ist dann nicht mehr möglich . Die Kombination von Überstrecken und Verdrehen ist meist auslösend für diese schwere Verletzung . Das Außenband und hintere Kreuzband sind bei Skistürzen nur sehr selten betroffen . Ist die Kraft groß genug reisst zusätzlich der Innenmeniscus , dessen Funktion als Stoßdämpfer und Bremskeil zwischen Oberschenkel und Schienbein versagt. Die Kombination von Riss des inneren Seitenbandes , vorderen Kreuzbandes und Innenmeniscus wird wegen der schwerwiegenden Folgen fürs Knie als ,, unhappy triad “ bezeichnet . Ähnlich schwerwiegende Verletzungen sind das Gelenk betreffende Knochenbrüche wie beispielsweise Schienbeinkopfbrüche . Die Gelenksfläche ist durch den Bruch unterbrochen und weist unterschiedlich große Stufen auf . Auch bei optimal verlaufender Versorgung enden diese Verletzungen meist in einer beträchtlichen Funktionseinschränkung und frühzeitigen Arthrose.
Bei Knieverletzungen in alpinen Gelände versuchen Sie das Knie schmerzfrei in leichter Beugestellung zu lagern , schützen Sie den Verletzten vor Auskühlung und erzwingen Sie keine Abfahrt unter Schmerzen . Alarmieren sie besser die Bergrettung . Die Kameraden sorgen für eine entsprechende Schienung ,Schmerztherapie und schonenden Abtransport.

Joachim Schiefer


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